Götterspeise Schokolade
WPG Spanisch, 8. Klassen

El chocolate – el alimento de los dioses

 

Der Gott Quezalcoatl, der Gärtner des Paradieses,
schenkte einst der Erde und den Menschen den Kakaobaum.
Doch das Paradies wurde zerstört, und der Kakaobaum
war das einzige, was davon übrig blieb.

(Sage der Olmeken; um 1500 v. Chr. – 300 n. Chr.)

 

 

 

Nachdem wir uns schon letztes Schuljahr mit den Mayas und Azteken beschäftigt hatten, wollten wir unser Wissen heuer aus gegebenem Anlass vertiefen und einen Aspekt dieser prähispanischen Kulturen im Speziellen beleuchten: el „tchocolatl“.

 

Zunächst machten wir uns auf den Weg ins Schlossmuseum, um die Sonderausstellung „Götterspeise Schokolade“ zu besuchen. Bei einer Führung erfuhren wir neben biologischen Grundlagen vieles über die Kulturgeschichte dieser Pflanze. Im Zentrum unseres Interesses stand natürlich die beachtliche Rolle der Schokolade in der präkolumbischen Mythologie und Gesellschaft sowie ihre Entdeckung durch die Spanier.

                   

Im Unterricht arbeiteten wir das Gehörte und Gesehene auf und informierten uns durch zusätzliche Texte. Abschließend versuchten wir uns als Azteken und kochten nach einem alten Rezept Kakao. Mühsam zermahlten wir Kakaobohnen zu einem feinen Pulver, mengten Maismehl und Wasser bei und ließen die Brühe mit Vanille- und Chilischoten aufkochen. Das Ergebnis unserer Arbeit war auf den ersten Blick ernüchternd: Der Kakao hatte eine abstoßende Konsistenz und schmeckte abscheulich. Doch angeblich verzogen auch Kaiser Karl V. ebenso wie der damalige Papst das Gesicht, als sie zum ersten Mal einen Becher kredenzt bekamen. Wir befanden uns also in guter Gesellschaft.

Weder Zimt noch Zucker (Zutaten, die von den Europäern schließlich zur Verfeinerung verwendet wurden) konnten unseren Kakao in ein wohlschmeckendes Getränk verwandeln. (Um Verwirrungen vorzubeugen: Das genüssliche Lächeln auf dem Foto ist lediglich aufgesetzt). Ganz im Sinne des Jesuitenpaters José de Acosta – der in seiner 1590 veröffentlichten „Historia natural y moral de las Indias“ über das neuartige Getränkt meinte: „Wer nicht daran gewöhnt ist, den widert es an“ – gaben wir schließlich auf. Auch wenn es alles andere als gut geschmeckt hat, konnten wir unser Unternehmen als Erfolg verbuchen: Es war uns offensichtlich gelungen, ein außergewöhnlich authentisches Getränk zu brauen!

 
 


letzte Aktualisierung: 27.01.08

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